Jacques Rozenberg (1922-1999)

Dir, Jacques,
und denen, die wie du
den Kampf gegen
Faschismus und Ungerechtigkeit
zu ihrem Hauptanliegen gemacht haben,
verdanken wir unsere Freiheit.
Andrée

Geboren 1922 in Grodzik/Polen,
kurze Zeit später mit seinen Eltern nach Belgien emigriert.
Verstorben am 1. August 1999 in Brüssel

 

 

Erlernte das Geigenspiel und besuchte zugleich das Gymnasium.
Seine Ausbildung wurde durch den Krieg unterbrochen, doch die Liebe zur Musik prägte sein ganzes Leben.

 

Portrait 1945
1945 nach seiner Rückkehr

Durch die Untergrundpresse in den Widerstand gelangt, wurde er verhaftet und im April 1943 in die Dossin-Kaserne in Mechelen verbracht.

Als Jude wurde er am 31. Juli desselben Jahres mit dem XXI. Konvoi nach Auschwitz deportiert. Mitte Januar 1945 wurde das Lager von den in Auflösung begriffenen Deutschen vor den heranrückenden Russen geräumt. So musste er den Todesmarsch mitmachen, bevor er schließlich – nach Zwischenstationen in mehreren anderen Lagern – 2 Monate später in Dachau ankam, wo er von den Amerikanern befreit wurde.

Als Musikologe war er vor allem Leiter der Diskothek der Region Brüssel, der späteren Mediathek.

Realistisch, ironisch, skeptisch und idealistisch zugleich, besaß er den Pessimismus des Geistes und den Optimismus des Engagements. Trotz – oder gerade wegen – seiner Krankheit hat er angefangen zu schreiben, später kleinformatige Bilder gemalt. Letzteres wegen Platzmangels, da ihm kein Atelier zur Verfügung stand. Außer mit Kreide und Pinsel malte er zuweilen auch mit den Fingern.

Sein musikalisches Empfinden setzte er in visuelle Wahrnehmungen um, indem er ihnen eine abstrakte, nicht-figurative Form gab, um so den dramatischen wie auch den glücklichen Ereignissen aus seinem Leben auf Papier Ausdruck zu verleihen.

 

Portrait
Portrait

Nach und nach haben diese Werke auf Grund ihrer feinen Pigmentierung und ihrer Farbintensität Bekanntheit erlangt. Denn die ins Auge springenden Farbkontraste, die Heftigkeit der Farbgebung waren Jacques Rozenbergs Markenzeichen. „Es ist nicht so sehr die Gerade oder der rechte Winkel, die es mir angetan haben“, meinte er, „es ist die sinnlichere Kurve, wie die der so geliebten Violine oder des ewig Weiblichen.“

 

Jacques Rozenberg im Gespräch mit Roman Herzog, Bundespräsident der BRD; Berlin 1. Mai 1998 am 40. Jahrestag von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

 

Im Dezember 1997 beteiligte er sich mit 6 Gemälden am von der Stiftung Fondation Auschwitz bei der Französischen Gemeinschaft Belgiens organisierten Kolloquium ‘Erinnerung an Auschwitz in der zeitgenössischen Kunst’ (La Mémoire d’Auschwitz dans l’art contemporain).

 

Dies war der Beginn von Einzel- und Gruppenausstellungen.

 

‘Meine Musik in Farben’
Rathaus (Brüssel-)Etterbeek, 04. Mai – 08. Juni 2000

Malereien auf Radiogrammen
U.P.J.B. *) – Parcours d’artistes, Gemeinde (Brüssel-)Saint-Gilles, Mai 2000

‘Jacques Rozenberg über Freiheit und Toleranz’
V.U.B. (niederländischsprachige) Freie Universität Brüssel – Rektorat
15. November – 15. Dezember 2000

‘Malen und schreiben nach Auschwitz’
Städtische Öffentliche Bibliothek Aarschot, 19. – 27. Januar 2001

‘Malen und schreiben nach Auschwitz’
Kulturzentrum Tubize, 23. März – 01. April 2001

‘Ich bin dem Hass begegnet’
Kulturzentrum Braine-le-Comte, Saal Baudouin IV, 11. – 23. November 2001

‘Malen und schreiben nach Auschwitz’
Kulturzentrum Tournai, 01. – 24. März 2002

‘Hommage an Jacques Rozenberg’
Ein ganzer Raum ist seinen Gemälden gewidmet
U.P.J.B.*) – Parcours d’artistes. Gemeinde (Brüssel-)Saint-Gilles, Mai 2002

‘Freiheit und Toleranz’
Kampagne gegen Faschismus und Rassismus
F.G.T.B.**) Brüssel, 20. Februar – 26. März 2003

‘Don Quichotte’
U.P.J.B.*) – Parcours d’artistes. Gemeinde (Brüssel-)Saint-Gilles, Mai 2004

Ausstellung und Vorstellung des Buches ‘Hommage’ in niederländischer Version
A.B.V.V.***) – Löwen, November 2005

Ausstellung ‘Malen und schreiben nach Auschwitz’
Europäische Schule – Brüssel, Februar – März 2006

A.B.V.V.***)-Kongress, Blankenberge, Ausstellung 08. Mai 2006

Lesung unter Beteiligung von Monique Dorsel, Agnès Ben Simon,
Claire Pahaut und Andrée Caillet
10. Mai 2006
Ausstellung 10. – 18. Mai 2006
Théâtre Poème – Brüssel

Diverse Gemälde
U.P.J.B.*) – Parcours d’artistes. Gemeinde (Brüssel-)Saint-Gilles
Mai 2006

Lesung unter Beteiligung von Claire Pahaut und Andrée Caillet
17. November 2006
Ausstellung 17. November – 2. Dezember 2006
Königliche Militärakademie – Brüssel

Lesung von Ian Higgins
Diverse Gemälde
’The Little Gallery’ – Pittenweem/Schottland, Mai 2007

‘Blumen der Zärtlichkeit’
U.P.J.B.*) – Parcours d’artistes, 20. Jahrhundert. Gemeinde (Brüssel-)Saint-Gilles
Mai 2008

*) A.d.Ü.: Union progressiver Juden in Belgien
**) A.d.Ü.: Frankophoner Sozialistischer Gewerkschaftsbund Belgiens
***) A.d.Ü.: Niederländischsprachiger Sozialistischer Gewerkschaftsbund Belgiens